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Der aufgeklärte Mensch lässt sich von Wissen und Erkenntnis leiten. Doch geben diese Kraft, die Wirren sozialer und politischer Umbrüche zu überstehen? GEben sie Halt in persönlichen und beruflichen Krisen?
Nicht nur in Umbruchsituationen stellt sich die alte Frage neu. In der so genannten Wohlstandsgesellschaft – da die meisten materiellen Bedürfnisse befriedigt sind – fragen sich viele Menschen nach dem Sinn menschlicher Existenz. Obwohl im Namen des »rechten« Glaubens unsäglich viel Leid geschah, findet mancher im Glauben wieder einen übergreifenden Lebenssinn.
Wir wollten erkunden, wie Frauen und Männer gestern und heute zum Glauben fanden, was er für sie bedeutet und leistet. In diesem Hörbuch erzählen sie ihre ganz persönliche Geschichte.
Erzähl-Salon vom 28. August 2004 (66:10 Minuten)
aufgenommen im KulturGut Berlin-Marzahn beim 1. Marzahner Erzählfest
Katrin Rohnstock (01:01 Minuten)
Katrin Rohnstock, Gründerin von Rohnstock Biografien, begrüßt die Teilnehmer des Erzähl-Salons.
Gerhard Wilke (03:10 Minuten)
Als der Hitlerjunge in den Krieg zog, half ihm vor allem das Beten. Als Zahnarzt in der DDR verleugnete er Gott – heute im Ruhestand, hat er zum katholischen Glauben seiner Kindheit zurückgefunden.
Nuriye Krieg-Dornbach (08:01 Minuten)
Nachdem sie einen deutschen Sufi-Scheich geheiratet hatte, konvertierte die getaufte Protestantin zum Islam. In dieser religiösen Gemeinschaft fand sie zu einem neuen Selbstverständnis als Frau. Überzeugt von der Gegenwart Gottes leitet sie heute mit ihrem Mann ein Zentrum des muslimischen Mevleviyye-Ordens in der Lausitz.
Uwe Ecker (5:02 Minuten)
Der Diplompsychologe und Heilpraktiker fand über die Mystik der altnordischen Dichtung zum Naturglauben der Norweger.
Werner Schmidt (08:05 Minuten)
Der gelernte Dachdecker leitete zu DDR-Zeiten eine Jugendbrigade auf dem Bau. Nach der Wende arbeitslos, verlor er den Boden unter den Füßen, entdeckte die heilsame Kraft des Betens und die baptistische Kirche. Heute kämpft er in den Reihen der Heilsarmee für Gott.
Georg Stadnik (03:36 Minuten)
Als Schüler wurde er bei einem Unfall wie durch ein Wunder von einem Schutzengel gerettet. Dennoch trat er aus der Kirche aus. Er glaubt, dass eine höhere Macht unser Schicksal lenkt, doch letztlich jeder Mensch für sich selbst verantwortlich ist.
Helena Schenk (08:32 Minuten)
Die Mittvierzigerin studierte in Kasachstan Ökonomie, wanderte vor acht Jahren nach Deutschland ein, verlor ihren Mann und ihre Arbeit, wurde krank. Im evangelischen Glauben ihrer hessischen Vorfahren findet sie heute Halt.
Hans Horn (04:59 Minuten)
Gläubige Christen hatten ihre Tochter in der Nazizeit im Stich gelassen. Fünfundzwanzig Jahre nach dem Krieg recherchierte der Journalist diese Geschichte; das Ergebnis bestärkte ihn in seinem Atheismus.
Irene Runge (08:18 Minuten)
1942 als Kind deutsch-jüdischer sozialistischer Emigranten in New York geboren, kam sie als Siebenjährige mit ihren Eltern in die DDR. Lange auf der Suche nach ihren Wurzeln, erarbeitete sie sich neugierig Traditionen, entdeckte sie ihr kulturelles jüdisches Selbstbewusstsein.
Amogharatna (09:02 Minuten)
Viele Jahre suchte der gebürtige Engländer und Sohn einer Putzfrau verzweifelt nach einer Aufgabe, einer Gemeinschaft, einem Sinn. Auf monatelangen Reisen fand er zum Buddhismus – und in einem buddhistischen Zentrum in Deutschland endlich den Sinn seines Lebens.
Hildebrand Merkl (06:17 Minuten)
Den Krieg überlebte er schwer verwundet. Nachdem er sein Jura-Studium abgeschlossen hatte, erkannte er seine Berufung: Er trat ins katholische Kloster ein, wurde Chorherr in Klosterneuburg bei Wien und dankt Gott heute für alles Erlebte.
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