Erinnerungen an Brandenburger Auf- und Umbrüche

Anthologie versammelt Erfahrungsgeschichten der Arbeits- und Strukturpolitik nach der Wende

Rohnstock Biografien stellt in Potsdam neues Buch im Beisein der Staatssekretäre für Arbeit und Wirtschaft vor

Vor knapp 30 Jah­ren muss­te sich das gera­de neu gegrün­de­te Land Bran­den­burg von einem Tag auf den ande­ren einer neu­en Her­aus­for­de­rung stel­len: dem Kampf gegen die rasch zuneh­men­de Arbeits­lo­sig­keit. Rohn­stock Bio­gra­fi­en orga­ni­sier­te Erzähl­sa­lons, in denen Insi­der ihre Erfah­rungs­ge­schich­ten von damals erzähl­ten. Sie waren in den zustän­di­gen Minis­te­ri­en beschäf­tigt, hat­ten vor Ort Neu­es geschaf­fen, sie waren direkt Betrof­fe­ne, aber auch Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter von Gewerk­schaf­ten und Arbeit­ge­ber­ver­bän­den. Ihre Erin­ne­run­gen schrie­ben Auto­bio­gra­fi­ker von Rohn­stock Bio­gra­fi­en auf. Sie wur­den nun in einem Buch zusam­men­ge­fasst, in dem 28 Frau­en und Män­ner aus ihrem beruf­li­chen All­tag in den Neun­zi­ger­jah­ren erzäh­len – und selbst­ver­ständ­lich ran­ken ihre Erin­ne­run­gen auch um die legen­dä­re Minis­te­rin Regi­ne Hil­de­brandt.

Buch­pre­mie­re am 12. Juni 2019 mit bran­den­bur­gi­schen Staats­se­kre­tä­ren für Arbeit und Wirt­schaft

Die vom Minis­te­ri­um für Arbeit, Sozia­les, Gesund­heit, Frau­en und Fami­lie des Lan­des Bran­den­burg (MASGF) und dem Minis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie des Lan­des Bran­den­burg (MWE) her­aus­ge­ge­be­ne Antho­lo­gie trägt den Titel »Neue Wege gehen in schwie­ri­gen Zei­ten: Die Bran­den­bur­ger Arbeits­markt- und Struk­tur­po­li­tik zu Beginn der Neun­zi­ger­jah­re«. Die gedruck­te Erst­auf­la­ge beträgt 350 Stück. Das Buch ist als PDF-Ver­si­on kos­ten­los auf den Inter­net­sei­ten der betei­lig­ten Minis­te­ri­en her­un­ter­zu­la­den.

»Neue Wege gehen in schwie­ri­gen Zei­ten: Die Bran­den­bur­ger Arbeits­markt- und Struk­tur­po­li­tik zu Beginn der Neun­zi­ger­jah­re«
Her­aus­ge­ber: Minis­te­ri­um für Arbeit, Sozia­les, Gesund­heit, Frau­en und Fami­lie des Lan­des Bran­den­burg (MASGF) und Minis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie des Lan­des Bran­den­burg (MWE)

Für die Zusam­men­füh­rung zwei­er Staa­ten gibt es kei­ne Blau­pau­se. Viel Zeit zur Erar­bei­tung von Kon­zep­ten war Anfang der Neun­zi­ger­jah­re in Bran­den­burg nicht vor­han­den, eine Mehr­heit der Men­schen im Osten for­der­te die schnel­le Wie­der­ver­ei­ni­gung und die sofor­ti­ge Ein­füh­rung der D-Mark. Vor den Fol­gen war­nen­de Stim­men fan­den kein Gehör. Eine Peri­ode des rasan­ten Umbruchs begann – mit der voll­stän­di­gen Über­nah­me des west­deut­schen Wirt­schafts-, Sozi­al- und Rechts­sys­tems und der zuge­hö­ri­gen Insti­tu­tio­nen ein­schließ­lich west­deut­scher Füh­rungs­kräf­te. Das spie­gel­te sich auch in den Minis­te­ri­en der bran­den­bur­gi­schen Lan­des­re­gie­rung wider. 

Wie voll­zog sich der Umbruch damals? Wie sind die ein­zel­nen Akteu­re damit umge­gan­gen? Was ist gelun­gen und wur­den Feh­ler gemacht? Wie haben Ost- und West­deut­sche zusam­men­ge­ar­bei­tet? Was wirkt bis heu­te nach? Und wel­che Erfah­run­gen kön­nen viel­leicht bei der Bewäl­ti­gung aktu­el­ler und zukünf­ti­ger Her­aus­for­de­run­gen hel­fen?

Auf rund 180 Sei­ten erzäh­len 28 Frau­en und Män­ner aus ihrem beruf­li­chen All­tag in den Neun­zi­ger­jah­ren. Sie erin­nern sich an die täg­lich neu­en, unkal­ku­lier­ba­ren Auf­ga­ben, an teils wid­ri­ge Arbeits­be­din­gun­gen. Aber auch an genutz­te Spiel­räu­me, das kon­struk­ti­ve Zusam­men­wir­ken zwi­schen den Minis­te­ri­en und den vie­len Akteu­rin­nen und Akteu­ren der Arbeits­markt- und Struk­tur­po­li­tik im gan­zen Land. Und an das gute Gefühl, wenn es gemein­sam gelang, wie­der ein Pro­blem gelöst zu haben. Im Rück­blick war das eine Zeit der „sozia­len Expe­ri­men­te“ - was aber damals nie­mand so nann­te, weil alles in hohem Tem­po von­stat­ten­ging.