Einladung zum Fachgespräch »Die Potenziale des Erzählsalons für die Regionalentwicklung«

Eine Koop­er­a­tionsver­anstal­tung von Rohn­stock Biografien und dem Leib­niz-Insti­tut für Raum­be­zo­gene Sozial­forschung (IRS)

Seien Sie herzlich eingeladen zum Fachgespräch!

am 20.09.2017, von 14 – 17 Uhr;
im Salon von Rohn­stock Biografien
Schön­hauser Allee 12, 10119 Berlin (Ein­gang in der Saar­brück­er Straße)

Im Erzähl­pro­jekt “Die Lausitz an einen Tisch” kamen Lausitzerin­nen und Lausitzer in Erzählsa­lons zusam­men und erzählten einan­der ihre Erfahrun­gen und Wün­sche für die Lausitz.

Der Erzählsa­lon ist ein inno­v­a­tives Kom­mu­nika­tions- und Ver­anstal­tungs­for­mat, das Rohn­stock Biografien vor ca. fün­fzehn Jahren entwick­elte, um Men­schen the­ma­tisch fokussiert an einen Tisch zu brin­gen, gemein­sames Erin­nern zu befördern und soziale Prozesse zu unter­stützen.

Seit­dem wird das For­mat ständig dynamisch weit­er­en­twick­elt und in ver­schiede­nen Zusam­men­hän­gen prak­tiziert, auch in der Regiona­len­twick­lung. Dort kann der Erzählsa­lon beispiel­sweise in Gemein­den, in denen es die Bewohner­in­nen und Bewohn­er aus ver­schiede­nen Grün­den „ver­lernt“ haben, miteinan­der zu reden, wie kein anderes Instru­ment bewirken, dass die Men­schen gemein­sam über ihre Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukun­ft sprechen und darüber einen Aus­gangspunkt für ein gemein­sames Han­deln vor Ort find­en.

Gemeinschaften stiften

In Erzählsa­lons wer­den Räume gewis­ser­maßen „zum Leben erweckt“, indem sich die Men­schen vor Ort – nach bes­timmten Regeln – ihre Geschichte(n) von der Gemeinde und der Region erzählen und einan­der zuhören. Damit wirkt das For­mat nicht nur zur Selb­stver­sicherung und Iden­titätss­tiftung, son­dern es kann Schlüs­selfig­uren für zukün­ftige Aktiv­itäten iden­ti­fizieren sowie Beziehun­gen bzw. Gemein­schaften stiften.

Dazu Frau Prof. Dr. Gabriela Christ­mann (stel­lv. Direk­torin des Leib­niz-Insti­tuts für Raum­be­zo­gene Sozial­forschung und Lei­t­erin der Forschungsabteilung „Kom­mu­nika­tions- und Wis­sens­dy­namiken im Raum“):

Wir wis­sen in der Raum­forschung wie auch in der prak­tis­chen Rau­men­twick­lung seit Langem […], dass Entwick­lungs­maß­nah­men nach­haltiger sind, wenn sie von lokalen Akteuren miten­twick­elt und getra­gen wer­den, wenn sich lokale Akteure aktiv mit ihrer Region und der Zukun­fts­gestal­tung der Region auseinan­der­set­zen, wenn sie an ver­gan­gene Tra­di­tio­nen anknüpfen, aber auch eigene Visio­nen für die Zukun­ft entwick­eln kön­nen […]. Eine starke kollek­tiv geteilte Iden­tität in ein­er Region kann sog­ar ein Image­fak­tor für die Region sein.
Prof. Dr. Gabriela Christ­mann

Selbstermächtigung stärken

In struk­turschwachen Regio­nen fehlt es oft an der Selb­ster­mäch­ti­gung der Bürg­er. Durch das niedrigschwellige Ange­bot des Erzählsa­lons wird Men­schen, die sich kaum noch beteili­gen, eine Stimme gegeben. Durch ihre gle­ich­berechtigte Teil­nahme am Erzählsa­lon wird ihnen Mitbes­tim­mung ermöglicht. Um in solche Prozesse einzutreten, ist Ver­trauen und Wis­sen über die anderen Prozessteil­nehmer von Nöten; bei­des wird im Erzählsa­lon inner­halb eines nur sehr wenig for­mal­isierten Rah­mens geschaf­fen.

Wie dies geschieht und welche Ergeb­nisse daraus resul­tierten, möcht­en wir anhand unser­er Pro­jek­te »Lausitz an einen Tisch« und »Erfahrun­gen und Poten­ziale an einen Tisch – Unternehmerge­spräche im Lausitz Lab« in einem Fachge­spräch mit Ihnen disku­tieren.

Die Teil­nehmerzahl ist auf 30 begren­zt.
Kosten: 20 Euro für Getränke und Verpfle­gung (zu zahlen vor Ort am Tag der Ver­anstal­tung) Bitte melden Sie sich verbindlich an unter: info@rohnstock-biografien.de. Anmelde­schluss ist der 18.09.2017.


Das Pro­gramm

Ein­blicke

14:00 Uhr Prof. Dr. Gabriela Christ­mann (Leib­niz-Insti­tut für Raum­be­zo­gene Sozial­forschung, Erkn­er)

»Die Poten­tiale des Erzählsa­lons für die Regiona­len­twick­lung«

14:20 Uhr Katrin Rohn­stock (Inhab­erin Rohn­stock Biografien, Berlin)

»Der Erzählsa­lon: Über­raschende Erfahrun­gen aus der Lausitz«
Diskus­sion

Kaf­feep­ause

15:15 Uhr Jens Brök­er (Geschäfts­führer Entwick­lungs­ge­sellschaft inde­land GmbH, Düren)

Erfahrungs­bericht eines Jurymit­glieds im Erzähl­pro­jekt ›Lausitz an einen Tisch‹: »Die Geschicht­en aus den Erzählsa­lons«

15:30 Uhr Isa Kathrin Edel­hoff (Kul­tur­man­agerin, Berlin)

Ein Erfahrungs­bericht: »Die Salon­nièren-Aus­bil­dung«
Diskus­sion

 

Aus­blicke

16:00 Uhr Dr. Hans Rüdi­ger Lange (Geschäfts­führer Inno­va­tion­sre­gion Lausitz GmbH, Cot­tbus)

»Erfahrun­gen mit dem Erzählsa­lon als Instru­ment der Wirtschafts­förderung zur Begleitung des Struk­tur­wan­dels«

16:15 Uhr Pierre Wil­helm (Kul­tur­man­ag­er, Pots­dam)

Ein Erfahrungs­bericht: »Die Wirkung von Erzählsa­lons als Mit­tel zur Kom­pen­sa­tion von Seg­re­ga­tion in wach­senden Metropol­re­gio­nen ein­er­seits und als Mit­tel zum Aufrechter­hal­ten von Zivilge­sellschaft in schrumpfend­en metropolen­fer­nen Räu­men ander­er­seits«
Diskus­sion

Abendim­biss

18:00 — 20:00 Uhr Erzählsa­lon
»Wie ich ein­mal etwas bewirk­te, wom­it ich nicht gerech­net hat­te«


Die Ver­anstal­ter

Rohn­stock Biografien hat sich seit sein­er Grün­dung 1998 auf das Ver­fassen von Auto­bi­ografien, Fir­men- und Orts­geschicht­en auf der Grund­lage von Inter­views und Grup­penge­sprächen (Erzählsa­lons) spezial­isiert hat. Die Meth­ode des Erzählsa­lons wurde unter anderem entwick­elt, um auch die Lebens­geschicht­en von Men­schen bewahren zu kön­nen, die keine Mit­tel für das Erstellen ein­er Auto­bi­ografie auf­brin­gen kön­nen. Die Regeln und Mod­er­a­tionstech­niken sowie die The­men­struk­tur sind durch Erfahrung gewach­sen. Die Anwen­dungs­felder haben sich in den zurück­liegen­den Jahren aus­geweit­et und umfassen nun auch die soziale Struk­turen­twick­lung.

Das IRS ist ein Insti­tut der sozial­wis­senschaftlichen Raum­forschung in der Leib­niz- Gemein­schaft. Es erforscht die Raum­bezüge und Raumkon­texte sozialen Han­delns in ihrer Prozesshaftigkeit und ihrer his­torischen Dimen­sion. Mit sein­er Forschung leis­tet das IRS einen wesentlichen Beitrag zum Ver­ständ­nis der Prob­leme und Möglichkeit­en von Räu­men sowie deren Wand­lungs- und Anpas­sungs­fähigkeit in regionalen, nationalen und inter­na­tionalen Zusam­men­hän­gen. Das IRS betreibt Grund­la­gen- und anwen­dungs­be­zo­gene Forschung und fördert den Trans­fer wis­senschaftlich­er Erken­nt­nisse in rel­e­vante gesellschaftliche Prax­is­felder.