»Hennigsdorfer Stadtgeschichte(n)«

Die „Hen­nigs­dor­fer Stadtgeschichte(n)“ schil­dern auf 300 Sei­ten die His­to­rie von Hen­nigs­dorf aus einer sehr per­sön­li­chen Sicht: In 90 Epi­so­den erzäh­len Bür­ger der Stadt aus ihren Erin­ne­run­gen. Der indi­vi­du­el­le Blick in die Ver­gan­gen­heit wird flan­kiert von hun­der­ten his­to­ri­schen Schlag­lich­tern und zahl­lo­sen Fotos.

Auf­ge­schrie­ben von Kat­rin Rohn­stock und Ste­fan Kapp­ner

Kat­rin Rohn­stock
und Ste­fan Kapp­ner
Ber­lin 2011, 287 S.
Preis: € 19,90

Die “Hen­nigs­dor­fer Stadtgeschichte(n)” sind eine anspruchs­vol­le Dar­stel­lung der rasan­ten Ent­wick­lung, die die eins­ti­ge Land­ge­mein­de nörd­lich von Ber­lin in den ver­gan­ge­nen hun­dert Jah­ren nahm. Seit Emil Rathen­au den bäu­er­li­chen Ort an der Havel 1910 zum Zukunfts­stand­ort für die expan­die­ren­de AEG mach­te, ver­än­der­te Hen­nigs­dorf mehr­fach sein Gesicht. Die Stadt wur­de zur Hei­mat von Stahl­ar­bei­tern aus Ober­schle­si­en und dem Ruhr­ge­biet, von Loko­mo­tiv­bau-Inge­nieu­ren und ihren Fami­li­en — und zum klei­nen Spie­gel der gro­ßen Geschich­te: Nach 1933 geprägt von der Rüs­tungs­in­dus­trie und Bara­cken­la­gern für Zwangs­ar­bei­ter, nach 1945 Hoff­nungs­trä­ger für die auf­blü­hen­de Schwer­indus­trie der DDR und Sperr­ge­biet mit Grenz­ka­ser­nen, nach 1989 Schau­platz tie­fer struk­tur­po­li­ti­scher Ein­schnit­te und vie­ler Neu­an­fän­ge. Heu­te attrak­ti­ves Wohn­vier­tel an rena­tu­rier­ten Havel-Auen, direkt vor den Toren Ber­lins.

Die Hen­nigs­dor­fer Stadtgeschichte(n) fol­gen einem neu­ar­ti­gen, anspruchs­vol­len Kon­zept, wie es Rohn­stock Bio­gra­fi­en ent­wi­ckelt hat. Sie ist kei­ne blo­ße Chro­nik, kei­ne Samm­lung his­to­ri­scher Auf­sät­ze, kei­ne rei­ne Geschich­ten-Antho­lo­gie. Statt­des­sen ver­bin­det sie Ele­men­te die­ser her­kömm­li­chen For­ma­te zu einem glei­cher­ma­ßen les­ba­ren wie infor­ma­ti­ven Zeit­pan­ora­ma. Soweit ihre Erin­ne­run­gen zurück­rei­chen, erzäh­len Hen­nigs­dor­fer von ihrem eige­nen Leben, das von die­sem Ort geprägt wur­de: Von ihrem Leben an der Havel, von ihren Erleb­nis­sen wäh­rend der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus, von den Kämp­fen um Hen­nigs­dorf, ihren Ängs­ten und Nöten. Sie schil­dern von ihrer Arbeit in den bei­den Groß­be­trie­ben der DDR-Zeit, dem Stahl­werk und den Loko­mo­tiv­bau Elek­tro­tech­ni­schen Wer­ken (LEW), von ihrem Leben an der zuneh­mend abge­schot­te­ten Gren­ze und ihren Hoff­nun­gen nach der Wen­de. Die zum Teil sehr per­sön­li­che Sicht auf Hen­nigs­dorf wird ergänzt durch neu­tra­le his­to­ri­sche Tex­te, die die Ein­ord­nung der ver­schien­de­nen Per­spek­ti­ven erleich­tern und Zusatz­in­for­ma­tio­nen bie­ten.

Zu bezie­hen über die Stadt­in­for­ma­ti­on Hen­nigs­dorf.