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SUMMARY:30 Jahre Hungerstreik in Bischofferode: Treuhand-Ausstellung eröffnet mit Kalikumpel-Erzählsalon
DESCRIPTION:Der Hungerstreik der Kumpel im Kaliwerk »Thomas Müntzer« im Sommer 1993 ist das berühmteste Beispiel für Widerstand gegen die Treuhandpolitik. Keine Ortschaft war nach der Wende bei Bonner Politikern so gefürchtet wie das thüringische Bischofferode. Von 1992 bis 1993 kämpften dort Kaliwerker für den Erhalt ihres Betriebs. Um ihre Jobs zu retten\, riskierten einige sogar ihr Leben. Vergeblich: Nachdem am 22. Dezember 1993 die letzte Förderschicht gefahren wurde\, wurde das Werk am 31. Dezember 1993 endgültig geschlossen. Das Kaliwerk war von großer Bedeutung für die anliegenden Dörfer und schuf Arbeitsplätze für mehr als 1.000 Menschen. Diese waren mit einem Mal Geschichte. \nDDR-weit sollte die Treuhandanstalt 9.000 volkseigene Betriebe mit insgesamt 4\,1 Millionen Arbeitsplätzen innerhalb kürzester Zeit »markttauglich« machen. Die Betriebe wurden privatisiert oder liquidiert\, Millionen Menschen arbeitslos. Exemplarisch für diese Biografien stehen die 25 Einzelporträts der Wanderausstellung »Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale«\, die am 3. Juli 2023\, um 13 Uhr im Vereinshaus Thomas-Müntzer-Kaliverein Bischofferode e. V. (Bergbaumuseum) im Beisein von Ministerpräsident Bodo Ramelow eröffnet wird. In der von Rohnstock Biografien kuratierten Schau der Rosa-Luxemburg-Stiftung werden die Berichte von Betroffenen gerahmt durch die Geschichten volkseigener Betriebe und Kombinate.  Zu den Porträtierten gehören Bernd Schmelzer\, der am Kampf der Kalikumpel beteiligt war\, und Gerhard Schmelzer\, früher Leiter des FDBG-Kulturhauses im Kaliwerk. Sie werden genauso anwesend sein wie u.a. Gerhard Jütteman\, Vorsitzender des Kalivereins\, und Karl-Josef Wand\, Bürgermeister der Landgemeinde am Ohmberg. \n  \nDer Ausstellungsstart wird begleitet von einem Erzählsalon zum Thema »Wie ich den Kampf der Kalikumpel in Bischofferode erlebte«. Der Streik vor 30 Jahren wurde zum Symbol für den Kampf gegen die Treuhandpolitik. Zeitzeugen – damals Protestierende wie Unterstützende – sind einladen\, ihre Geschichte zu erzählen: Wie haben sie sich für den Streik entschieden? Wie erging es ihnen und ihren Angehörigen dabei? Wie sind sie schlussendlich mit dem Scheitern ihrer Forderungen umgegangen? Der Erzählsalon ist der Auftakt eines Projekts\, das den Kalikumpeln und ihren Unterstützern eine Stimme geben soll. Die Erzählungen werden aufgezeichnet\, verschriftlicht und in ein Buch gebracht. Zwar gibt es zahlreiche Publikationen zu Bischofferode\, jedoch keines\, das den Hungerstreik aus der Perspektive der Streikenden selbst thematisiert. \n  \nDem Erzählsalon schließt sich um 15.30 Uhr ein Vortrag von Dr. Christian Rau an\, Historiker am Institut für Zeitgeschichte (Abteilung Berlin) und Autor des Buches »Hungerstreik Bischofferode«. Er hat die Ereignisse von Bischofferode wissenschaftlich aufgearbeitet und die Entscheidungen dokumentiert\, die zum Abbruch des Protests führten. \n  \nDie Ausstellung »Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale« läuft in Bischofferode bis 30.07.2023 (Öffnungszeiten: Mo. bis Do. 9:00 bis 12:00 Uhr\, Fr. 14:00 bis 16:00 Uhr). Weitere Thüringer Stationen der Wanderausstellung in diesem Jahr: Ilmenau (ab 3.8.)\, Hildburghausen (ab 6.9.)\, Eisenach (ab 13.11.)\, Artern (ab 1.12.).
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