»Wirtschaft erzählt« – Wirtschaftsgeschichte lebendig erzählen

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»Wirt­schaft erzählt« ist ein von der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung geför­der­tes, gemein­nüt­zi­ges Pro­jekt.

Wirt­schafts­ge­schich­te leben­dig und span­nend zu erzählen, ist der Anspruch des Pro­jekts »Wirt­schaft erzählt«. Dazu brin­gen wir ab Mai 2018 Wirtschaftskapitäne und Unter­neh­mer zusam­men. Wir möchten von ihnen wis­sen, wel­che Erfah­run­gen sie mit ver­schie­de­nen Eigen­tums­for­men an Pro­duk­ti­ons­mit­teln gemacht haben. Die mündlichen Erzählungen sind Stoff für ein Buch. Es wird den Erfah­rungs­schatz bewah­ren.

»Wirt­schaft erzählt« soll einen Bei­trag zur Geschich­te der ver­schie­de­nen Eigen­tums­for­men leis­ten, unter Ein­be­zie­hung der Fra­ge: Was kann aus den Erfah­run­gen der Ver­gan­gen­heit für die Zukunft gelernt wer­den.
Dazu laden wir Zeit­zeu­gen und Exper­ten unter­schied­lichs­ter Funk­ti­ons-, Unter­neh­mens- und Betriebs­for­men ein, ihre Schlüsselerfahrungen beim Wirt­schaf­ten zu erzählen: Kom­bi­nats­di­rek­to­ren, Eigentümer pri­va­ter Unter­neh­men, Vor­sit­zen­de von Genos­sen­schaf­ten, Geschäftsführer von kom­mu­na­len Unter­neh­men. Betriebsleiter/ Geschäftsführer von klein- und mittelständischen ost­deut­schen Unter­neh­men ha- ben das Pri­vi­leg des Ver­glei­ches. Denn sie verfügen über vielfältige Erfah­run­gen mit unter­schied­li­chen Eigen­tums­for­men vor und nach 1989. Um west- und ost­deut­sche Nar­ra­ti­ve – die Unternehmermentalitäten zwei­er Wirt­schafts­sys­te­me – gegenüberzustellen, wer­den zudem west­deut­sche Unter­neh­mer ein­ge­la­den.

Zehn Erzählsalons fin­den statt: in Thüringen, Sach­sen, Bran­den­burg und Ber­lin – in regio­na­len Indus­trie­mu­se­en und im Schloss Niederschönhausen. Wirt­schafts­his­to­ri­ker set­zen die Erzählungen der Zeit­zeu­gen in den zeit­ge­schicht­li­chen Kon­text. Fünf Ver­an­stal­tun­gen fokus­sie­ren jeweils spe­zi­fi­sche Bran­chen: Spiel­wa­ren­in­dus­trie, Tex­til­in­dus­trie, Kos­me­tik­in­dus­trie, Musik­in­stru­men­ten­in­dus­trie, Getränkeindustrie.

Die Erzählsalonteilnehmer schil­dern am Bei­spiel ihrer jewei­li­gen Bran­che, wie sich die Arbeit gestal­te­te. Sie beschrei­ben die Ent­wick­lungs­pro­ble­me und -poten­zia­le, die sich für Gegen­wart und Zukunft erge­ben. Fünf the­ma­ti­sche Ver­an­stal­tun­gen wid­men sich Fel­dern, die für das Wirt­schaf­ten von zen­tra­ler Bedeu­tung sind: Wettbewerb/Leistung, Wissenschaft/Forschung/Innovation, Gewinne/Effektivität, Gemein­wohl­ori­en­tie­rung, Planung/Strategie.

Exper­ten aus der Wis­sen­schaft wer­den die Erzählrunden aus ihrer Per­spek­ti­ve ergänzen. Sie brin­gen ihre Posi­tio­nen ins Spiel und kom­men mit Prak­ti­kern ins Gespräch. Auf die­ser Basis will »Wirt­schaft erzählt« For­schungs­pro­jek­te anre­gen, die bis­her ein Desi­de­rat sind.

Ver­tre­ter der loka­len und regio­na­len Poli­tik sind ein­ge­la­den, ihre Posi­tio­nen und Aktivitäten dar­zu­le­gen und an den Erfah­run­gen der Wirt­schafts­ak­teu­re zu par­ti­zi­pie­ren.

Der Erzählsalon ist ein inno­va­ti­ves Ver­an­stal­tungs­for­mat, um Erfah­rungs­ge­schich­ten aus­zu­tau­schen. Die­ses unkon­ven­tio­nel­le For­mat baut auf der jüdischen Tra­di­ti­on des Sab­bat auf: Man sitzt bei­ein­an­der, erzählt und hört zu, ohne zu kom­men­tie­ren. Rohn­stock Bio­gra­fi­en ent­wi­ckel­te den Erzählsalon par­al­lel zur Buch­ar­beit. In mehr als 300 Auto­bio­gra­fi­en erwarb sich das Ber­li­ner Unter­neh­men eine ein­ma­li­ge Exper­ti­se für das Erin­nern und Erzählen.