UNSER AUTOBIOGRAFIKER
Ralf Pasch

Wer seine Wurzeln kennt, kann wachsen

Schmalkalden ist eine kleine Stadt in Thüringen, die auch während der deutschen Teilung zur Landeskirche von Kurhessen-Waldeck gehörte, deren Bischof in Kassel sitzt. Ist es Zufall, dass ich 1967 in Schmalkalden geboren wurde und seit 1999 in Kassel lebe und arbeite? War es mir in die Wiege gelegt? Ich habe zu DDR-Zeiten die Schule besucht und eine Ausbildung zum Instandhaltungsmechaniker (Maschinenschlosser) mit Abitur absolviert.

 

Es ist wichtig, die eigenen Wurzeln zu kennen, um wachsen zu können.

 

Leidenschaft habe ich für Maschinen und Metall nie entwickeln können. Stattdessen für das Schreiben und Musizieren. Als sich 1990 die Südthüringer Zeitung gründete, habe ich dort volontiert und war dann Redakteur. Bis 1995. Seitdem bin ich freier Journalist. Parallel habe ich an einer Musikschule Unterricht in Gesang und Klavier genommen. Seit einigen Jahren schreibe und komponiere ich eigene Lieder. »Lebenslieder« nannte ich ein Programm. Mir ist klar geworden, dass es wichtig ist, die eigenen Wurzeln zu kennen, um wachsen zu können.

 

Schon jetzt beschäftigt mich die Frage, was ich meinen Kindern weitergeben werde.

 

Mein Großvater hinterließ eine Autobiografie: Erinnerung an die Kindheit, den II. Weltkrieg, die Kriegsgefangenschaft, das Leben im geteilten Deutschland. Von seinem Sohn hingegen, meinem Vater, weiß ich kaum etwas. Er starb, als ich sechs Jahre alt war. Schon jetzt beschäftigt mich die Frage, was ich meiner Tochter weitergeben werde.

 

Mit allen ihren Brüchen, Irrungen und Wirrungen sind alle Lebenswege höchst interessant.

 

»Lebenslinien« zu verfolgen ist nicht nur Teil meines Lebens, sondern auch Inhalt meiner Arbeit geworden. Als Ostdeutscher, der im Westen lebt, interessieren mich deutsche Lebenswege – mit allen Brüchen, Irrungen und Wirrungen. Dabei ist es Herausforderung und Erfüllung zugleich, Menschen dabei zu helfen, ihre Lebensgeschichte zu erinnern und aufzuschreiben.

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