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Erzählsalon über das Ende der Textilindustrie in Apolda
26. Juni 2023 | 19:00 -21:00
KostenlosApolda ist bekannt für seine Textilgeschichte. Die Stadt war bis 1990 ein bedeutendes Zentrum der Herstellung von Strick- und Wirkwaren, aber auch für die Produktion von Strickereimaschinen. Zu DDR-Zeiten wurde feine Wollkleidung hergestellt, die in viele Länder exportiert wurde. Im VEB Thüringer Obertrikotagen Apolda (TOA), dem größten Maschenwarenhersteller der DDR, waren bis zur Wende nahezu 3000 Menschen beschäftigt. Nach 1990 wurden viele Betriebe geschrumpft oder liquidiert. Viele Menschen verloren ihre Arbeitsplätze, die Bedeutung der Stadt als Industriestandort sank – mit der Folge, dass Tausende Einwohner abwanderten. Unter den Menschen, die in Apolda blieben, haben viele eine persönliche Verbindung zur Textilproduktion – weil sie selbst in ihr tätig waren oder jemand aus der Familie. Der Niedergang dieses traditionsreichen Industriezweigs bedeutete daher für viele Menschen einen schmerzhaften Bruch in der Biografie. Lange Zeit wurden diese Erfahrungen in der Öffentlichkeit tabuisiert. So entstand bei vielen das Gefühl, dass ihnen nicht zugehört wird, dass ihre Geschichten nicht gefragt und ihre Arbeitsleistungen wertlos sind. Um diesen unter der Oberfläche schlummernden Geschichten nachzuspüren, wurde von der Kreisvolkshochschule (KVHS) Weimarer Land und Rohnstock Biografien das Projekt »Einander erzählen und zuhören« initiiert. In diesem Rahmen finden mehrere Erzählsalons in Apolda und im Weimarer Land statt: Die einheimische Bevölkerung ist eingeladen, ihre Erfahrungen und Sichtweisen einzubringen. Den Auftakt bildet am Montag, den 26. Juni, um 19 Uhr ein Erzählsalon im GlockenStadtMuseum Apolda. In diesem werden ehemalige Werktätige über das Ende ihrer Betriebe erzählen und sich gemeinsam an die Zeit erinnern, als die Glockenstadt noch ein Zentrum der Textilindustrie war. Menschen aus Apolda und Umgebung sind eingeladen, ihre Erinnerungen zu teilen. Welche Erfahrungen sammelten sie vor, während und nach der Wende an ihren Arbeitsplätzen und in ihren Heimatorten? Es können auch Erinnerungsstücke mitgebracht werden.
Moderation: Katrin Rohnstock, Entwicklerin des Erzählsalons
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten online: https://www.kvhs-weimarerland.de/programm/kurs/Erzaehlsalon_Textilindustrie_in_der_Glockenstadt/23F12RB01
Weitere Infos & Fragen zur Anmeldung an: nico.przeliorz@kvhs-weimarerland.de / (03644) 51 650 19
Veranstaltende: Kreisvolkshochschule Weimarer Land und Rohnstock Biografien, gefördert durch das Thüringer Ministerium Für Bildung, Jugend und Sport