Erzählsalon in Riesa: Gundermann und die ostdeutsche Identität

20 Jah­re nach sei­nem Tod bewegt Ger­hard »Gun­di« Gun­der­mann die Her­zen und Gemü­ter in Ost und West: Andre­as Dre­sens Strei­fen über den Lau­sit­zer Musi­ker war 2018 ein gro­ßer Kino­er­folg. Er sei einer der »dif­fe­ren­zier­tes­ten, bes­ten Fil­me über die DDR«, urteil­te etwa Spie­gel Online. Drei Jahr­zehn­te nach dem Fall der Mau­er scheint sich der Blick auf die DDR zu wei­ten – auf deren Men­schen, ihre kul­tu­rel­le Her­kunft. Das ist Aus­druck eines zar­ten Wan­dels in der Deu­tungs­ho­heit über die pri­va­ten Bio­gra­fi­en von Mil­lio­nen.

Gun­der­mann-Musi­ker Chris­ti­an Völ­ker-Kie­schnick an der Gitar­re – zu Beginn des Erzähl­sa­lons „Gun­di und ich” am 24. Janu­ar 2019 im Les­sing-Gym­na­si­um Hoyers­wer­da

Gemein­sam mit Rohn­stock Bio­gra­fi­en Ber­lin lädt das Stadt­mu­se­um Rie­sa am 22. März 2019 um 17 Uhr zum Erzähl­sa­lon »Gun­di und ich – Nach­den­ken über ost­deut­sche Iden­ti­tät«. Wel­che Geschich­ten ver­bin­den Jün­ge­re und Älte­re aus Rie­sa und Umge­bung mit Gun­der­mann? Was hat sie in der DDR all­ge­mein kul­tu­rell geprägt? Wovon erzähl­ten die Eltern? Gibt es heu­te so etwas wie eine ost­deut­sche Iden­ti­tät? Jeder, der möch­te, kann sei­ne eige­ne Geschich­te bei­tra­gen – oder ein­fach nur zuhö­ren. So wird bei­spiels­wei­se Man­fred Pohl, heu­te Schlag­zeu­ger der Elb­land Phil­har­mo­nie Sach­sen und zu Wen­de­zei­ten ehren­amt­li­cher Lei­ter des Jugend­clubs im Stadt­mu­se­um, über die­se Zeit berich­ten, in der auch Gun­der­mann und sei­ne Musik eine Rol­le spiel­ten. Der Erzähl­sa­lon wird mode­riert von der erfah­re­nen Salon­niè­re Kat­rin Rohn­stock, Ent­wick­le­rin des Ver­an­stal­tungs­for­mats und Inha­be­rin von Rohn­stock Bio­gra­fi­en. Sie lei­te­te zum sel­ben The­ma bereits Erfah­rungs­aus­tau­sche in Ber­lin und Hoyers­wer­da.

»Gun­di und ich – Nach­den­ken über ost­deut­sche Iden­ti­tät«
Erzähl­sa­lon (mit Vor­füh­rung einer beson­de­ren Gun­der­mann-Doku)

Frei­tag, 22. März 2019, um 17 Uhr
Stadt­mu­se­um Rie­sa, Pop­pit­zer Platz 3, 01589 Rie­sa

Der Ein­tritt ist frei. Um Anmel­dung wird gebe­ten unter Tel. 03525 / 659300 oder per E-Mail an: info@stadtmuseum-riesa.de

Zum Ein­stieg wird ein beein­dru­cken­des wie sel­te­nes Film­zeug­nis gezeigt: Die 30-minü­ti­ge Gun­der­mann-Doku »Fern­se­her aus – Stern­schnup­pen an« (1992) von Joa­chim und Wal­traud Tschirner, die bis­her nur ein­mal im Fern­se­hen aus­ge­strahlt wur­de (1993 im MDR Fern­se­hen). Anschlie­ßend beant­wor­tet Joa­chim Tschirner Fra­gen zum Film und zur Zusam­men­ar­beit mit dem Sän­ger.

Der Erzähl­sa­lon ist ein von Rohn­stock Bio­gra­fi­en ent­wi­ckel­tes Ver­an­stal­tungs­for­mat für das gemein­schaft­li­che Zuhö­ren und Erzäh­len. Geför­dert wird die Ver­an­stal­tung von der Part­ner­schaft für Demo­kra­tie »Rie­sa und kom­mu­na­le Part­ner« aus Mit­teln des Bun­des­pro­gramms »Demo­kra­tie leben!« sowie durch den Frei­staat Sach­sen auf der Grund­la­ge des von den Abge­ord­ne­ten des Säch­si­schen Land­tags beschlos­se­nen Haus­halts.