»Menschen im Umbruch. Wendeerfahrungen und Neuanfänge in Ostdeutschland seit 1989«

Kenna-Umbruch-Maße

Con­stance Ken­na (Hrsg.)
247 S.

Ein vier­zig Jah­re wäh­ren­des Inter­es­se an Ber­lin und Deutsch­land hat Con­stance Ken­na, eine ame­ri­ka­ni­sche Col­le­ge-Leh­re­rin für deut­sche Spra­che, Kul­tur und Lite­ra­tur, neu­gie­rig gemacht auf die Ver­än­de­run­gen seit dem Mau­er­fall. Sie woll­te wis­sen, was im Leben „nor­ma­ler” Ost­deut­scher im ers­ten Jahr­zehnt des wie­der ver­ei­nig­ten Deutsch­land gesche­hen ist.

Her­aus­ge­ge­ben und mit einem Vor­wort von Con­stance Ken­na

29 Män­ner und Frau­en unter­schied­li­cher Genera­tio­nen erzäh­len von den Wand­lun­gen in ihrem Leben. Der unschätz­ba­re Wert des Buches liegt in der Mischung, wie Kat­rin Rohn­stock zur Buch­pre­mie­re am 1. März 2003 her­vor­hob. Bei­na­he jedes Milieu ist bedacht, zahl­rei­che Beru­fe, fast jede Alters­klas­se kommt zu Wort, ganz zu schwei­gen von den vie­len ver­schie­den­ar­ti­gen bio­gra­fi­schen Ver­läu­fen. „Ich behaup­te ein­mal”, so Rohn­stock, „die­se Antho­lo­gie konn­te nur einer Ame­ri­ka­ne­rin gelin­gen. Vor­ur­teils­frei, neu­gie­rig ging sie auf die Men­schen zu wie eine Eth­no­lo­gin – so wie sie zuvor schon nach Nami­bia gefah­ren ist, kam sie nach Deutsch­land.”

Con­tance Ken­na such­te nicht nach Ver­all­ge­mei­ner­ba­rem, sie nahm die Tex­te, die Sich­ten und Erfah­run­gen, so wie sie ihr ent­ge­gen­ge­bracht wur­den. Und so erschei­nen sie auch im Buch: authen­tisch, unge­schönt, in All­tags­spra­che, zuwei­len holp­rig und unge­lenk. Die­se Tex­te haben alles, nur nicht die Glät­te und Leich­tig­keit des Lifestyle–Feuilletons. Das hier sind kei­ne Tex­te zur Unter­hal­tung, sie sind ein­dring­lich, sie haben einen eigen­sin­ni­gen Stil, sie doku­men­tie­ren das Leben der Men­schen, die sie geschrie­ben haben.