»Wirtschaft erzählt« – Wirtschaftsgeschichte lebendig erzählen

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»Wirt­schaft erzählt« ist ein von der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung geför­der­tes, gemein­nüt­zi­ges Pro­jekt.

Wirt­schafts­ge­schich­te leben­dig und span­nend zu erzäh­len, ist der Anspruch des Pro­jekts „Wirt­schaft erzählt“. Wir wol­len dabei erkun­den, wel­chen Ein­fluss die unter­schied­li­chen Eigen­tums­for­men an Pro­duk­ti­ons­mit­teln auf die ver­schie­de­nen Aspek­te des Wirt­schaf­tens haben. Dazu brin­gen wir seit Mai 2018 ehe­ma­li­ge und der­zei­ti­ge Wirt­schafts­ka­pi­tä­ne, Unter­neh­mer und Exper­ten in Erzähl­sa­lons zusam­men – die meis­ten waren vor und nach 1989 im Osten Deutsch­lands tätig, eini­ge stam­men aus dem Wes­ten. Wir möch­ten von ihnen wis­sen, wel­che Erfah­run­gen sie mit ver­schie­de­nen Eigen­tums­for­men an Pro­duk­ti­ons­mit­teln gemacht haben. Fol­gen­de Eigen­tums­for­men wer­den unter­schie­den: pri­va­tes, kom­mu­na­les, genos­sen­schaft­li­ches Eigen­tum, staat­li­ches und Volks­ei­gen­tum.

Zehn Erzähl­sa­lons fin­den statt: im Mai die Auf­takt­ver­an­stal­tung in Thü­rin­gen sowie ab Okto­ber neun wei­te­re in Ber­lin und Sach­sen – in regio­na­len Indus­trie­mu­se­en, Begeg­nungs­stät­ten sowie in den Räu­men von Rohn­stock Bio­gra­fi­en. Wirt­schafts­his­to­ri­ker set­zen hier die Erzäh­lun­gen der Zeit­zeu­gen in den zeit­ge­schicht­li­chen Kon­text.

Fünf bran­chen­spe­zi­fi­sche Ver­an­stal­tun­gen fokus­sie­ren jeweils aus­ge­wähl­te Wirt­schafts­zwei­ge (und z.T. deren wich­tigs­te Stand­or­te): Spiel­wa­ren­in­dus­trie (17.05.2018; Son­ne­berg), Musik­in­stru­men­ten­bau (21.11.2018; Mark­neu­kir­chen), Tex­til­in­dus­trie (22. Janu­ar 2019, Chem­nitz), Holz­spiel­zeug aus dem Erz­ge­bir­ge (5. Febru­ar 2019, Olbern­hau), Kon­sum­ge­nos­sen­schaf­ten (19. Febru­ar 2019, Wei­mar). Die Teil­neh­mer am Erzähl­sa­lon schil­dern am Bei­spiel ihrer jewei­li­gen Bran­che, wie sich die Arbeit gestal­te­te. Sie beschrei­ben die Ent­wick­lungs­pro­ble­me und -poten­zia­le, die sich für Gegen­wart und Zukunft erge­ben.

Fünf the­ma­ti­sche Ver­an­stal­tun­gen wid­men sich Fel­dern, die für das Wirt­schaf­ten von zen­tra­ler Bedeu­tung sind. Die Ver­an­stal­tun­gen, an die sich jeweils ein gesel­li­ges Bei­sam­men­sein anschließt, wer­den mode­riert von Kat­rin Rohn­stock, Inha­be­rin von Rohn­stock Bio­gra­fi­en. Der Wirt­schafts­his­to­ri­ker Prof. Jörg Roes­ler beglei­tet die Ver­an­stal­tungs­rei­he aus der Sicht des Exper­ten für die Wirt­schafts­ge­schich­te der DDR. Aus den Bei­trä­gen ent­steht ein Buch.

»Wirt­schaft erzählt« soll einen Bei­trag zur Geschich­te der ver­schie­de­nen Eigen­tums­for­men leis­ten, unter Ein­be­zie­hung der Fra­ge: Was kann aus den Erfah­run­gen der Ver­gan­gen­heit für die Zukunft gelernt wer­den?
Zeit­zeu­gen und Exper­ten unter­schied­lichs­ter Funk­ti­ons-, Unter­neh­mens- und Betriebs­for­men erzäh­len über ihre Schlüs­sel­erfah­run­gen beim Wirt­schaf­ten: Kom­bi­nats­di­rek­to­ren, Eigen­tü­mer pri­va­ter Unter­neh­men, Vor­sit­zen­de von Genos­sen­schaf­ten, Geschäfts­füh­rer von kom­mu­na­len Unter­neh­men, Betriebsleiter/ Geschäfts­füh­rer von klein- und mit­tel­stän­di­schen ost­deut­schen Unter­neh­men. Sie haben das Pri­vi­leg des Ver­glei­ches. Denn sie ver­fü­gen über viel­fäl­ti­ge Erfah­run­gen mit unter­schied­li­chen Eigen­tums­for­men vor und nach 1989. Um west- und ost­deut­sche Nar­ra­ti­ve – die Unter­neh­mer­men­ta­li­tä­ten zwei­er Wirt­schafts­sys­te­me – gegen­über­zu­stel­len, wer­den zudem west­deut­sche Unter­neh­mer ein­ge­la­den.

Die Erzähl­sa­lon­teil­neh­mer schil­dern am Bei­spiel ihrer jewei­li­gen Bran­che, wie sich die Arbeit gestal­te­te. Sie beschrei­ben die Ent­wick­lungs­pro­ble­me und -poten­zia­le, die sich für Gegen­wart und Zukunft erge­ben. Fünf the­ma­ti­sche Ver­an­stal­tun­gen wid­men sich Fel­dern, die für das Wirt­schaf­ten von zen­tra­ler Bedeu­tung sind: Wettbewerb/Leistung, Wissenschaft/Forschung/Innovation, Gewinne/Effektivität, Gemein­wohl­ori­en­tie­rung, Planung/Strategie.

Exper­ten aus der Wis­sen­schaft wer­den die Erzähl­run­den aus ihrer Per­spek­ti­ve ergän­zen. Sie brin­gen ihre Posi­tio­nen ins Spiel und kom­men mit Prak­ti­kern ins Gespräch. Auf die­ser Basis will »Wirt­schaft erzählt« For­schungs­pro­jek­te anre­gen, die bis­her ein Desi­de­rat sind.

Ver­tre­ter der loka­len und regio­na­len Poli­tik sind ein­ge­la­den, ihre Posi­tio­nen und Akti­vi­tä­ten dar­zu­le­gen und an den Erfah­run­gen der Wirt­schafts­ak­teu­re zu par­ti­zi­pie­ren.

Der Erzähl­sa­lon ist ein inno­va­ti­ves Ver­an­stal­tungs­for­mat, um Erfah­rungs­ge­schich­ten aus­zu­tau­schen. Die­ses unkon­ven­tio­nel­le For­mat baut auf der jüdi­schen Tra­di­ti­on des Sab­bat auf: Man sitzt bei­ein­an­der, erzählt und hört zu, ohne zu kom­men­tie­ren. Rohn­stock Bio­gra­fi­en ent­wi­ckel­te den Erzähl­sa­lon par­al­lel zur Buch­ar­beit. In mehr als 300 Auto­bio­gra­fi­en erwarb sich das Ber­li­ner Unter­neh­men eine ein­ma­li­ge Exper­ti­se für das Erin­nern und Erzäh­len.

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